Australier in Motorradsaison Geraer

  • Nach seinem Gastspiel im Vorjahr in der IDM Superbike - 4. Platz in der Gesamtwertung - hat Damian Cudlin einen Startplatz in der Moto2 erhalten. Foto: Jürgen Müller Nach seinem Gastspiel im Vorjahr in der IDM Superbike - 4. Platz in der Gesamtwertung - hat Damian Cudlin einen Startplatz in der Moto2 erhalten. Foto: Jürgen Müller
Vielen Motorradfans aus der Region dürfte der australische Motorradrennfahrer Damian Cudlin noch in bester Erinnerung sein. Der Sieger des Supersportrennens 2010 auf dem Schleizer Dreieck gilt als ein Fahrer, der stets auch ein offenes Ohr für seine Fans hat. Was vielleicht weniger bekannt ist, für Damian Cudlin ist Gera inzwischen zur zweiten Heimat geworden.
Gera/Schleiz.

Seit über zwei Jahren startet der 29-jährige Motorradrennfahrer von der ostthüringischen Stadt aus seine Tripps zu den Rennplätzen dieser Welt. Wie so oft im Leben spielte der Zufall dabei eine große Rolle. Eine Bekanntschaft mit dem Geraer Tuner Lars Sänger entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer festen Freundschaft.

Sänger und dessen Partner Jörg Radtke, sie betreiben gemeinsam eine Yamaha-Handlung in Gera, unterstützen den "Aussi" nicht nur finanziell oftmals stehen sie ihm auch moralisch zur Seite. Während der Saison wohnen Damian Cudlin und dessen Ehefrau Amy unmittelbar auf dem Firmengelände.

Noch kurz vor dem Jahreswechsel sah es für den Viertplatzierten der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM), Klasse Superbike, für die weitere motorsportliche Laufbahn ziemlich düster aus. Ein bereits bestehender Vertrag mit dem Van Zon-alpha Technik-Team wurde kurzerhand von Teamchef Werner Daemen gekündigt. Dem lieben Geld wegen musste Cudlin einen Platz für einen anderen Fahrer freimachen. Große Mitgiften bringt der "Aussi" ja bis heute nicht mit, deshalb blieb er trotz seines hohen fahrerischen Potenzials oftmals nur zweite Wahl bei den Teams.

Zu Jahresbeginn besann sich das QMMF-Team der Fähigkeiten des Australiers. Das katarische Team bot dem 29-Jährigen einen Vertrag in der Moto2 für kommende Grand-Prix-Saison an. "Damit ging ein Traum für mich in Erfüllung", freut sich Cudlin heute noch darüber. Bislang hatte er nur kurzfristige Gastspiele in der höchsten Liga des Motorradrennsports: 2010 ein Wildcard-Auftritt auf dem Sachsenring in der Moto2, sowie im Vorjahr als Ersatzfahrer in der MotoGP.

Die ersten Testfahrten mit dem Moriwaki-Fahrgestell in Spanien verliefen jedoch äußert ernüchternd. Vier Sekunden hinter den führenden Teams, das war nicht das, was er sich vorstellte. Hinzu kamen drei Stürze in einer Woche. "Ich bin den vergangenen drei Jahren nur dreimal gestürzt. Mit dem Fahrwerk haben wir noch viel Arbeit. Es gilt so schnell wie möglich den Anschluss an die Top-Teams zu finden", so ein ernüchterter Cudlin.

Viel Zeit bleibt nicht mehr. Bereits am 8. April wird der Saisonstart beim Grand Prix of Qatar vollzogen, natürlich möchte das Team beim Heimat Grand Prix besonders glänzen. Insgesamt 17 Rennen umfasst der Moto2-Kalender in diesem Jahr.

Doch damit nicht genug für Damian Cudlin. Für BMW-Motorrad-France bestreitet der IDM-Supersportmeister 2010 die Langstrecken Weltmeisterschaft. Somit wird er insgesamt bei 22 Weltmeisterschaftsläufen in der kommenden Saison unterwegs sein und zu den beschäftigsten Piloten zählen.

Neben dem Grand Prix in seinem Heimatland gehört der Lauf auf dem Sachsenring am 8. Juli zu den Höhepunkten, denn in Deutschland hat Damian Cudlin inzwischen eine große Schar an Fans, die ihm die Daumen drücken.


Jürgen Müller / 17.03.12 / OTZ
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